Bufdieabenteuer in Ägypten

Hallo ihr Lieben!

 

Gern möchte ich euch heute wieder einen kleinen Ausschnitt aus meinem Bufdieabenteuer erzählen, als ich mir vorgenommen habe, in Hurghada ein kleines Straßenfest mit Kindern zu veranstalten.

 

Ich brauche ja immer einen kleinen Plan, aber den konnte ich in Ägypten über Bord schmeißen. Dort ticken die Uhren anders.

 

Diejenigen von Euch, die es noch nicht wissen... Susann´s Papa Frank lebt seit fast einem Jahr in Hurghada Altstadt und hat dort schon tolle Einheimische in seinem näheren Freundeskreis. Dieser beäugt auch offen und neugierig Frank´s Bemühungen, den Farbküche-Spirit in Ägypten zu versprühen.

 

Also reichte ich Urlaub ein, machte einen Großaufruf für Kinder- und Babykleiderspenden und los ging es schwer bepackt am 13.2. zum Flughafen. Frank, der mich dazu in seine Wahlheimat begleitete, hatte einen Koffer voller Leinwände dabei.

 

Endlich saßen wir im Flugzeug und ich war ganz schön aufgeregt. Bin ich doch vor zig Jahren das letzte Mal geflogen. Auch ging mir die eine oder andere Frage durch den Kopf. Wie werde ich dort unten aufgenommen? Wie kann ich meine verrückte Idee umsetzen?Sind die Kinder und Mütter offen, eine Fremde in ihre Mitte zu lassen? Egal. Ich hatte es mir in den Kopf gesetzt!! Das wird schon. Ich sag's doch ABENTEUER.

 

Franks Freunde lernte ich gleich noch am ersten Abend bei herrlich frühlingshaften Temperaturen kennen. Und ich nahm beim Beobachten ihre Art des Miteinanders wahr (hart aber herzlich). Die nächsten zwei/drei Tage nutzten wir, um im Farbladen einzukaufen und Kopien der vielgeliebten Ausmaleinhörner zu bekommen (danke Abu Adam). Und auf dem Weg durch eine Händler-Seitenstraße ergab sich spontan die Möglichkeit, herumstromernde, barfüßige Kinder zu animieren, gleich auf dem Fußweg mit mir zu malen. Ich hatte jeden Tag alles mit dabei und los ging es. Fast wie bei einem Flashmob. Im Nullkommanichts war ich von Kindern umzingelt und mit Händen und Füßen erklärte ich ihnen ,,MALT AUS!'. Es war unbeschreiblich. Ich war voller Adrenalin. Kamen doch aus den Ecken Mütter und Neugierige Ladenbesitzer, die nun wissen wollten, was hier los ist. Doch Frank, mein Retter, hielt mir dafür den Rücken frei und erklärte in Englisch, was wir vor haben. Und nach einer knappen Stunde wurden die fertigen Bilder lachend und stolz in die Kamera gehalten, die Stifte wieder eingepackt und alles löste sich auf. Herrlich!! Wir waren voll geflasht. So einfach war das ??!! Einfach MACHEN. Genau wie wir STADTMENSCHEN in Altenburg. Krass !!

 

Erstmal in die wunderbare alte Moschee ,,Danke'' sagen. Unsere zwei Gesichter kannten sie ja nun schon mittlerweile von den täglichen Besuchen. Genau so spontan bekamen wir eine Woche später, kurz vor Ende meines Arbeitsurlaubes, am sehr späten Abend im tiefsten Hurghada auf einem Händlermarkt für Einheimische die Möglichkeit, mit bettelnden Kindern zu malen. Da ich keine Dollars bei mir hatte, bot ich meine Blätter und Stifte an. Schon saßen wir vor einem Schmuckgeschäft auf dem Gehweg. Wir breiteten alles aus und Frank nahm seine Aufgabe als RÜCKENFREIHALTER wieder auf. Hier konnte ich nun in aller Ruhe die Kinder beobachten und sie zeigten mir freiwillig ihre körperlichen Beeinträchtigungen. Auch wurde ich akzeptiert, da ich mein Haar mit einem Tuch verhüllt hatte, um neugierigen Blicken nicht ausgesetzt zu sein. Es war auch hier ein sehr tiefgehendes Ereignis für beide Seiten. Denn zum Schluss verschenkten wir die gespendeten Stifte und Federmappen (Danke Altenburg!).

 

Urlaubsfeeling bekam ich zwischendurch bei dem Ausflug mit anderen Touristen und Abu Adam nebst Tochter Aisha, als wir nach Luxor sind. Das war schon ein spektakulärer Ort und ich wusste dann definitiv...Ich bin auf einem anderen Kontinent! Irre! Wir machten immer viele Bilder, die wir zu Euch und zu Frank´s ägyptischen Freunden weiterleiteten. Und sie merkten recht bald, dass wir anders tätig waren, als der erholungssuchende Urlauber. Zeigten sie das auch sehr deutlich, in dem sie freundlich und respektvoll mit mir umgingen, wie auch schon Wochen vorher beim Besuch von Susann. Auch wurden wir bei Abu Adams Familie zu Hause eingeladen, um mit ihnen gemeinsam zu speisen. Was wirklich einer Auszeichnung gleich kam. Ich war sehr berührt, so schnell ins Herz geschlossen zu werden. Ich bedankte mich bei ihnen, indem ich mit Frank am gemeinsamen Freitagsgebet in der Moschee (Männer und Frauen getrennt) teilnahm. Das war ein ganz besonderer Augenblick. War ich doch mittendrin der Exot. Aber es war mir ein tiefes Bedürfnis, kniend auf dem Teppich Richtung Mekka "DANKE" zu sagen !! Danke, für diese Erlebnisse, Danke, für die wundervollen Menschen in der Zeit an diesem Ort, Danke dir Frank, dass du es mit mir ausgehalten hast. Der YVONNATOR ist nicht ganz einfach ;))Danke Susann, dass du mir die Bufdiestelle ermöglichst, um solche herrlich verrückte Sachen wie diese auszuprobieren. Und ein rießen Danke an euch Altenburger fürs Lesen und Weiterspenden. Denn ich lerne jetzt Arabisch. Im November geht's wieder runter.

 

Alles Liebe für Euch

Eure Bufdiene Yvonne

 

PS. Um wieder mehrere Koffer voller Babysachen mitzunehmen und das Zollgeld dafür aufzubringen, veranstalte ich am 25.04.2020 von 9.00-17.00 Uhr ein BENIFIZ-HAARSCHNEIDETAG im OpenLab der STADTMENSCHEN in der Moritzstraße 6 in Altenburg. Schaut doch einfach vorbei und lasst euch "verzaubern".

Mehr Bilder folgen!

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