logbuch

Ein Haus oder wie wir es in unserem STADTMENSCH-Projekt nennen, einen Quartiersanker, in einer schrumpfenden, von Leerstand geprägten Stadt beleben? JA, das wollen wir. Und JA, das wollen wir hier in Altenburg. Ein Vorhaben, das sich zunehmend als Hürdenlauf mit bürokratischen Gräben entpuppt. Welchen Schwierigkeiten und Herausforderungen wir dabei begegnen, welche Hürden wir überwinden müssen und welche schönen Erfahrungen wir dabei sammeln, erzählen wir hier in unserem Logbuch.


#1 Wir haben eine Vision

Die Vision von einem offenen Haus für ALLE im Herzen unserer Stadt. Ein Haus, in dem Menschen die Möglichkeit haben, Kunst, Kultur und Kreativität zu genießen und selbst aktiv zu werden, sich zu entfalten, zu wachsen und aufzublühen. Ein Ort, der positiv in die Stadt hineinstrahlt und andere Menschen einlädt, ermutigt und inspiriert, ebenso ihre Vision von einer l(i)ebenswerten, gesunden und glücklichen Stadt bzw. Stadtgesellschaft zu leben.

 

Mit unserer Farbküche im Zentrum von Altenburg haben wir unseren Ort im Kleinformat geschaffen, der inzwischen buchstäblich aus allen Nähten platzt. Als Teil des STADTMENSCH-Netzwerks sind wir Teil einer ganz besonderen Gemeinschaft, in der wir uns gemeinsam für unsere Stadt engagieren, Verbundensein mit anderen Menschen erfahren, voneinander lernen, miteinander wachsen und erleben, dass wir etwas bewegen können.

 

Es geht noch so viel mehr. Es gibt noch so viel Potenzial. Dafür brauchen wir FREIRAUM. Und davon gibt es jede Menge hier in Altenburg. Wir machen uns auf die Suche...


#2 Liebe auf den ersten Blick

Als wir zwei Tage nach unserer Besichtigung des Reichenbach´schen Palais im Juni 2018 ein Mietangebot des Eigentümers erhielten, überschlugen sich unsere Träume und Visionen. Allein die Aussicht, dieses imposante Kulturdenkmal zu nutzen, löste in unserer Gemeinschaft eine kreative Kettenreaktion aus.

 

Der Charme des Gebäudes, der wunderschöne Innenhof, die Seitengebäude, die emotionalen Erinnerungen der Altenburger, der Standort inmitten der Stadt. Wir haben diesen Ort schon voller Leben gesehen. Erfüllt von Enthusiasmus und Vorfreude gossen wir all unsere Ideen in ein Nutzungskonzept und gestalteten eine Internetseite (www.palais-reichenbach.de). Unsere Wände zu Hause waren geschmückt mit Plänen und Einrichtungsideen. Fördermittel waren organisiert. Die zukünftige Hausgemeinschaft bereits am Wachsen.

 

Doch da war noch was: Brandschutz, Denkmalschutz, Verwaltungsverfahren. Unser Vorhaben entpuppte sich zunehmend zum Baurechtskrimi. Der Eigentümer zog sich zurück. Für uns gab es kein Happy End.

 

Was für ein Rückschlag. Was für eine krasse Erfahrung. Was für ein Lerneffekt. Und dazu noch ein Déjà-vu. Hierzu später mehr...


#3 Wir bleiben optimistisch

Wir haben uns erholt und blicken weiterhin voller Zuversicht in die Zukunft. Unsere Vision fühlt sich gut an. Irgendwie ist das auch etwas anderes - also noch viel mehr - als Ziele zu haben. Zudem gibt uns unsere tolle Gemeinschaft rund um die Farbküche und STADTMENSCH Kraft. Bereichernd, optimistisch, sich immer weiterentwickelnd und unglaublich herzlich und gesellig fließt eine inspirierende Energie, die uns immer wieder antreibt.

 

Zwischenzeitlich haben wir jede Menge Steckbriefe von verschiedenen in Frage kommenden Häusern durchgearbeitet und neue Orte besichtigt. Und wir sind wieder verliebt. Verliebt in ein Gebäude in der Wallstraße, das unsere Herzen sofort im Sturm erobert und sich als ein weiterer Favorit für uns als Ankerpunkt herauskristallisiert hat. Jetzt heißt es dranbleiben und hoffen, dass der Eigentümer unsere Pläne genauso toll findet wie wir! Denn in unseren Herzen und Köpfen ist auch dieses Haus schon von der Farbküche, über die Kunsthütte, ein Gründungslabor bis hin zum Alice im Wunderland Glitzerzimmer eingerichtet.

 

Doch um mal kurz auf dem Fußboden der Tatsachen zu landen: Allein mit unserer Vision und Liebe können wir dieses Objekt nicht zum Leben erwecken. Da wäre noch die Frage der Finanzierung zu klären. Und da sind wir gerade dran. 

 

Es bleibt also spannend...